Mittwoch, 11. Februar 2009

Wo gibts neue Nerven?

Eine allfälliges Zeitungsinserat "unseres" Hauses würde in etwa so aussehen:
Schmuckes, schönes, tolles, teures, nicht isoliertes, Hochsicherheitseinfalmilienhaus mit der möglichkeit Roulette zu spielen.
So zwei Dinge werden euch sicher seehr interessieren. Wie, was, warum Roulette spielen und was hat es wohl mit dem Hochsicherheitszeug auf sich??? Um es gleich vorweg zu nehemen, beim Roulette gewinnt man kein geld, nein man gewinnt Internetzugang beim Nachbahrn. So, wie fühlt sich das nun in etwa an? Du schaltest den Laptop an, startest den Browser,hast ein Startkapital von hundert Nerven. Dann beginnt das Spiel. Nehmen wir nun an, wenn die (imaginäre) Kugel auf schwarz geht = internet, rot = tot. So ich starte den Browser, gleichzeitig wird die Kugel geworfen..ich setzte 20 Nerven.....rien ne va plus...und boooooiiing rot = " DIESE SEITE KANN MOMENTAN NICHT ANGEZEIGT WERDEN, also noch 80 Nerven übrig.
OK, nochmals werfen (klick auf aktualisieren), setzte nochmals 20...rot..noch 60 Nerven. What the hell..?? Zum trotz setzte ich gleich 30 Nerven....rien ne va plus...schwarz YES, gewinn verdoppelt also haben wir nun 90 Nerven. Ganz fies ist, wenn die Kugel auf das grüne Feld geht (0).. das bedeutet, die Seite läd sich etwa bis zur hälfte und dann ist Feierabend.
Nun gibt es einige seehr Delikate angelegenheiten, wie einen Film schauen oder Chatten. Das lässt sich in etwa mit dem setzten auf eine Nummer vergleichen.
Es ist zum verzweifeln, deprimierend, neveraufreibend.... ist unsere Generation internetabhängig ?? JAAAAA wir sind es. Wetterdaten, Registrierungen für Zertifikate, Blogeinträge, günstiger Austausch von informationen, Busfahrpläne. Busfahrpläne, mein nächstes Stichwort und eines meiner Lieblingslästerthemen. Ich bin jetz über einem Monat hier in der ÖV- Wüste, im Land der Zweiklassengesellschaft und der Idiotenlogik. Ich möchte gar nicht wissen, wie hier ein Logiktest aussieht. Entweder gibts das Wort nur im Fremdwörterbuch oder aber ich würde eine glatte null-Punkte Runde durchlaufen. Folgendes Szenario: Mittlerweile habe ich ja gemerkt, dass alle Busse normalerweise zur vollen und halben Stunde das Transicenter verlassen. Das macht Sinn und vereinfacht die Zeitplanung. Einmal wurde ich gezwungen einen Expressbus bis kurz vor den Airport zu nehmen. Der fährt um 1.10. Danach musste ich ca 15 min auf den Anschlussbus zum Airport warten. Bis anhin ist alles im logischen Bereich. Nun wirds nervenbelastend. Weil ich einen stressigen Tag hatte, war keine Zeit zum Mittagessen zwischen Schule und Flugtraining. Also peile ich den Supermarkt an der Umsteigestation von Expressbus und Bummelbus an. Weil ich habe ja 15 min Zeit. Dachte ich. Denn da ist ein klizekleines Detail. Es ist 2 Uhr. Und um 2 Uhr fähr der Bus natüüürlich um 2.20, hätte ich ja auch früher draufkommen können, denn is ja logisch. Weil um 3 Uhr fährt er natürlich um 3.30. Nun was hiesst das für mich? Expressbus nehemen ( der Bummler war logischerweise schon weg, nachdem ich die "logik" der Amis studiert habe), Umsteigestation aussteigen, Futtern, und die Expressschuhe anziehen. Latschen, laufen, nahe am Selbstmord und 10 min zu spätkommen weil 20 minuten gewandert. Einmal ist keinmal? Genau.. darum musste ich auf dem Rückweg nochmals latschen,laufen, noch näher am Selbstmord,weil Nacht. Denn die Flugschule hatte Teamabend, Alex konnte mich nicht nachhause fahren und der Bus ist natürlich 5 min vorhher abgefahren.
Ich lieben den ÖV in der Schweiz. Hier ist es höchstens ein ÖA, ein öffentliches Aergerniss oder aber öffentlich für Argauer. Denn wer nicht Autofahren kann muss Bus fahren.
Schon sind wir ankgekommen, bei der Zweiklassengesellschaft. Idioten, benachteiligte in alle Himmelsrichtungen, Penner mit üblem Geruch und internationale arme studis - also ich Fahren Bus. Ah ja vieleicht noch einige arme Highschool kids. Doch der normalo Ami fährt Auto. Ich habe noch NIE ein normaler College schüler gesehen der Bus fährt. Einige gibt es, aber die verhalten sich in etwa so, als hätte man ihnen bei der Geburt ein Lexikon in den Kopf gedrückt und sie anschliessend fallenlassen.
Hach wir sind ja alle so gleich. Willkomen im Staat der verlorenen Logik. Wilkommen in der Futterwüste, wo nur Bohen wachsen. Wilkommen im ÖV der eher ein ZV ist (ZV= Zufallsverhersmittel). Wilkommen im Staat der verlorenen Privatsphäre.
Welcome to the United States

Sonntag, 8. Februar 2009

Die Bohnen

Ich habe ja soeben vernommen, dass es in der Schweiz momentan etwas viel "Pulver-gut" von oben kommt.
Es scheint ja das Jahr der extremen zu sein. Denn hier in Santa Barbara kommt anscheinend etwas zu wenig Nass von oben, obwohl es jetz gerade zwei Tage geregnet hat, kommt dieses Jahr etwas zu viel wärme von oben. Von mir aus würden diese Dinge, die von oben kommen durchaus reichen. Doch leider kommen bei uns auch fast jeden Tag Bohen von oben. Nicht von ganz oben, jedoch von der Küche oben. Ich/ wir, also ich und meine Housemates wohnen bei einer Familie, die auf den Familiennamen Iniguez hört. So, wie das nun zu vermuten ist, sind das Mexikaner. Also Taco und Burrito fetischischten. Zuhause in der Schweiz habe ich die "Furzbohnen" immer gemieden, doch hier habe ich schon mindestens 30mal Bohenen in verschiendenster Variation gegessen. Ich hasse es. Es ist nicht nur schlecht für den Genuss und den Appetit, nein es ist auch äusserst schlecht für die Luft. Ich bin mir schon am überlegen ob ich mich mal soll an Shell verkaufen, denn der Gaspreis ist ja ziemlich in die Höhe geschnellt....
Spass beiseiten, es ist an gewissen Tagen fast gefährlich. Denn ich muss ja mit etwa sieben Decken schlafen, damit ich nicht dem Erfrierungstod erliege (Heizen ist teuer, oben ist wärmer ,die Studis frieren sich den Arsch ab und das Wort Isolation ist höchstens im Fremdwörterbuch zu finden) Wenn ich dann am Morgen aufwache, wider mal spät dran bin, vollgas die Decken zurückschlage ,kann es gut sein, dass ich fast Narkotisiert wider zurückfalle. Mein Magen-Darm-System wird sich NIE an diese penetranten kleinen Gaspatronen gewöhnen.
Heute haben sie wohl den Vogel abgeschossen, denn es gibt genau ein Gericht, das ich strikt nicht essen mag. Kartoffelstock, einfach eklig. Natürlich sind wir wider wie hungrige Löwen, mit knurrendem Magen auf dem Sofa gesessen und haben nervös und von Pizzawerbung gepeinigt auf unser Essen gewartet. Analog zu Tieren im Zoo, warteten wir mit Kohldampf auf die Fütterungszeit. Durch die Fastfood Werbung wäre jetzt eine Pizza oder sonst was ungesundes die erste Wahl. Doch was heute in den Futternapf kam, war nicht ungesund, nein es war UNGENIESSBAR!!! Kartoffelstock UND Bohnen.
Morgen gehe ich fischen, jawoll und wenn einer anbeisst wird der für schlechte Zeiten aufgehoben.

Minus ein T-Shirt

Die Bürokratie, wie ich sie doch liebe. Nachdem ich den zweiten Checkflug mit der Cheffluglehrerin mit bravour bestanden habe, durfte ich ja eigentlich Solo fliegen. Tolle Sache, nachdem sich wegen etwas fiesen Winden sich alles schon um eine Woche verzögert hat, war es nun endlich soweit. Ich war am Flugplatz, Alex auch alles war bereit - haben wir gedacht. Doch wo ist denn nur mein Studentpilotcertificate??
Nun das gibts immer dazu wenn man ein 3rd class medical macht. Nur ihr werdedts euch ja schon denken, Mr. Svenson hat natürlich ein 2nd class medical, weil sicher ist sicher. Nur ist dieses medical eben "zu gut / hoch" und darum beinhaltet dies auch kein Studentpilotcertificat. Sofort wurde beim örtlichen FAA-Examinator nachgefragt und ein Termin für den nächsten Tag ausgemacht.
Kurz vor dem Termin in der Flugschule, original Dialog:
Sven: Do i need to bring some documents? (muss ich einige Dokumente mitbringen?)
Alex: ähm, yes just bring a photo - identification (ja nur eine Photo- Identifikation)
Sven: OK ( jeder Schweizer weiss was nun in meinem Kopf vorgieng... cool ID reicht, kann ich den Pass ruhig zuhause lassen)
Ihr merkt es.. der Sturm bahnt sich an.
Wir fuhren zum FAA-Examinator, ein älterer freundlicher Herr öffnet uns die Tür und bringt uns ins Arbeitszimmer, wo auch gleich die verhängnissvolle Frage gestellt wurde.
Can i see your Passport?
Scheisse... ein leeres schlucken ..ähm ich habe nur eine ID oder Führerausweis dabei.
Vorwurfsvoller Blick von Alex.
Nein.. es müsse dann schon eine US-DRIVINGLICENCE sein. Und der Pass hatte ich zwar als Foto auf dem Mail, aber nein er müsse den Pass in der Hand halten um meine Identiät zu verifizieren. Denn die ID/ Führerausweis und Kreditkarte sind ja sicher alle gefälscht und mit falschem namen versehen. Toll amis nehem immer alles locker, ausser es geht um formalitäten...
Gut kurzum sind wir Nachhause gefahren haben den Pass geholt, es wurde bestätigt (warscheilich schon zum etwa 20igsten mal, seit ich die Schweiz verlassen habe) das ich immer noch der bin, nach dem ich aussehe;)
Nach 5 min war das fehlende Blatt Papier ausgedruck, 4-mal unterschrieben und meine Brieftasche um 25$ leichter. Die Kriese lässt wohl auch die Papierpreise ins unermessliche steigen ;)
Nachdem der Herr Examinator noch Alex etwas auf seinem Instrumentenflugsimulator schwitzen lassen hat sind wir zum Flughafen zurückgefahren. Sofort musste ich die Vorflugkontrolle machen, da sich die Sonne schon langsam ins Meer zu stürzen begann.
Doch der Tag hat schon irgendwie kompliziert und bürokratisch begonnen, warum soll er denn nicht auch so enden?
Murphy hat brav dafür gesorgt, dass der Flieger nicht aufgetankt war. Es hätte zwar noch locker für 3h Flug gereicht, aber die Bürokratie besagt, dass der Flieger beim start voll sein muss. Also blieb ich eben wider am Boden.
Neuer Tag neues Glück, fieser Wind. Alex hat mir versprochen, dass ich nun endlich alleine Fliegen dürfe. Mittlerweile war es mir schon etwas egal, denn nach 2 Wochen aufschieben, verschieben, verbürokratisieren hatte ich etwas den Modus egalius eingeschaltet.
Der flieger war voll, also sind wir geflogen. Drei Landungen haben wir gemacht, beim 4ten Anflug hat der Tower gefragt ob wir den Seitenwind akzeptieren können.
Ich sofort, ja klar. Alex sofort korrigiert nein. Na dann eben nicht, weil ich darf ja jetz selber fliegen, aber nur wenn der Wind von vorne kommt. Mein erster Gedanke war, du darfst jetz selber autofahren aber abbiegen darfst du nur nach rechts. Egal. Brav bin ich dann gegen den Wind gelandet. Auf dem Rollweg hat der Alex dem Tower noch gesagt, dass sie mir bei den Solo landungen doch die Landebahn GEGEN den Wind zuweisen sollen... es hat mich etwas genervt, ich gebe es zu.
Er ist ausgestiegen. Ich war alleine mit der Old Lady, die wie wir kürzlich im Wartungshabbuch herausgefunden haben, nicht Jahrgang 1973 hat sondern Jahrgang 1967. Es ist zu vermuten das dieser Flieger den ersten Mechaniker wohl überlebt hat;)
So nun bin ich alleine auf dem Weg zur Startbahn, fühlt sich toll an wenn dir mal keiner über die Schulter schaut.
Ich bin gestartet, ganz normal wie eben so ein start ist.
Dann hat mich der nette Mann vom Tower gefragt ob ich den Seitenwind akzeptieren kann oder doch lieber GEGEN den Wind landen möchte. HA! Natürlich kann ich den Seitenwind akzetieren. Drei schöne Seitenwindlandungen habe ich hingelegt. Bei der letzten Landung hat mir der Towermann gratuliert :-) und ich bin glücklich zum Parkplatz gefahren. Nun noch alleine einparken und schon habe ich meinen ersten Solo durchlebt.
Der Alex hat mir herzlichst gratuliert. Dann verlangte er von mir, dass ich mich umdrehe.??? Wiso das wohl?? Aus dem Augenwinkel sah ich wie er die Schere ansetzte und mir mit einem dicken Grinsen den ganzen Rücken aussgeschnitten hat. Armes Shirt. Aber so will es die Tradition.
So nun freue ich mich auf meinen ersten Soloüberlandflug